Der Schwarzraum


Der Schwarzraum ist ein synästhetischer Erlebnisraum. Aufgebaut war er in einem Pavillon am Campus der TU Dortmund. Das Projekt ist eine studentische Gemeinschaftsarbeit mit Karen Dierks und Miriam Everaers.

 

 

Der Raum ist in drei Abschnitte aufgeteilt, in die man durch labyrinthartige Gänge gelangt. Um den Weg zu finden, muss man sich vorantasten. Der Besucher wird mit absoluter Finsternis konfrontiert, in der alle Facetten und Emotionen der Farbe Schwarz angesprochen werden. Eingesetzt werden Fühl-, Hör- und Geruchstechniken, und natürlich auch der Sehsinn wird als Finale auf besondere Weise angesprochen.

Der erste Bereich behandelt das Thema Zuhause, weiches, samtiges und edles Schwarz. Hier wird dem Besucher die Unsicherheit vor der Dunkelheit genommen, ein sicherer Raum geschaffen. Eine Soundinstallation unterstreicht das Gefühl von Geborgenheit.
Der zweite Bereich konfrontiert den Besucher mit Enge, glatten und kalten Oberflächen und kleineren unangenehmen (aber harmlosen) Überraschungen im Dunkeln.
Den dritten Bereich betritt man durch einen Vorhang. Dieser ist ein größerer Raum mit einer Lichtinstallation. An der Decke sind Lichterioden befestigt, die mit kalt- und warmweiß, aber auch gedämpften Farben eine Assoziation zu den bekannten Weltraum-Fotografien herstellen soll. Die Raumauflösung durch das schummerige Licht, aber auch durch am Boden befestigte Spiegelfliesen und eine damit entstehende tiefere Raumwirkung ist der finale Effekt im Schwarzraum. Hier werden die Gefühle von Tiefe, Unendlichkeit und auch Staunen angesprochen.

Die Wirkung des Raumes beschrieben die Besucher als durchweg positives, einzigartiges Erlebnis, trotz der ungewohnten und für viele Menschen eigentlich beängstigenden Situation des absoluten Wegnehmens des Sehsinnes. Uns wurde unter anderem gesagt: „Endlich mal ein Raum der Ruhe, des Abschneidens von der Außenwelt und des Konzentrierenkönnens auf das eigene Ich und die direkte Erfahrung der Umgebung“, während das Voranschreiten durch den Schwarzraum neue sinnliche Eindrücke und durch die drei Abschnitte eine stark veränderte Atmosphäre erzeugte.

Die Bilder wurden mit Langzeitbelichtung und sehr lichtempfindlichen Objektiven aufgenommen. Die Farbigkeit der Leuchtioden ist dadurch sehr verstärkt, im Original waren die Lichter so stark gedimmt, dass kaum Raumlicht vorhanden war.

 

Für die Fotos danke ich Karen Dierks und Christoph Wisniewski, für die Videoaufnahmen Kira Jung und die Videobearbeitung wieder Karen Dierks. :>